Ergebnis des städebaulichen und freiräumlichen Realisierungswettbewerbes "Wissenschaftsquartier Magdeburg"

Wettbewerbssiegerentwurf SMAQ-Architekten

Die Landeshauptstadt Magdeburg hat im März 2009 einen Internationalen Architektenwettbewerb zur Verknüpfung des Wissenschaftshafens mit seiner Umgebung, insbesondere mit dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität, initiiert. Aus insgesamt 70 Interessensbekundungen aus aller Welt gingen 47 Bewerbungen ein, aus denen von einer Jury 20 Teilnehmer ausgewählt wurden. Jedes der teilnehmenden Teams bestand aus Architekten und Landschaftsarchitekten. Ein Schwerpunkt lag in der Umgestaltung des Wettbewerbsgebietes in ein urbanes, modernes und zusammenhängendes Wissenschaftsquartier mit Anbindung des Areals zur Elbe (siehe Auslobungstext).

Unter anderem waren Teams aus den Niederlanden, Spanien, Polen, Österreich, England und aus ganz Deutschland, sowie auch 6 Teams aus dem europäischen Projekt REDIS unter den 20 ausgewählten Teilnehmern. Aufgaben des Wettbewerbes waren unter anderem die Erarbeitung eines städtebaulichen und freiraumplanerischen Strukturplans sowie die Erarbeitung eines städtebaulichen Vorschlags zur Gestaltung des Eingangsbereiches zum Wissenschaftshafen in seiner Funktion eines verbindenden Elements innerhalb des Wissenschaftsquartiers.

13 Büros aus Wien, Köln, Weimar, Frankfurt a.M., Groningen, Halle/Sa., Burg, Rotterdam, Bialystok, Berlin, Braunschweig und Barcelona haben Arbeiten eingereicht. Am 15. Januar 2010 fand im Magdeburger Rathaus die Preisgerichtssitzung unter dem Vorsitz von Prof. Hildebrand Machleidt statt. Das Preisgericht wählte aus den dreizehn eingereichten Arbeiten folgende Preisträger aus (siehe auch Preisgerichtsprotokoll):

1. Preis
Als Wettbewerbssieger wurde einstimmig der Entwurf von SMAQ Architekten/ HL-Landschaftsarchitekten aus Berlin ausgewählt. Er überzeugt durch die konsequente Weiterentwicklung des Wissenschaftshafens, ein breites Angebot vielfältiger Nutzungen und einen sorgfältigen Umgang mit den Bestandsgebäuden.

Aus dem Preisgerichtsprotokoll:
Die Arbeit entwickelt den Wissenschaftshafen konsequent und überzeugend zu einem neuen Ort in Magdeburg. Die bestehenden heterogenen Strukturen und dispersen Stadtfragmente werden durch geschickte Zusammenfassung in vier Gebiete, die in ihrer Unterschiedlichkeit belassen werden und dennoch in ihrer Maßstäblichkeit und Nutzungsdifferenzierung sorgfältig und überzeugend ergänzt werden.
Die Gebiete Campusboulevard, Hafenbecken, Lagerhallengasse und Wittenberger Straße begrenzen die Sandtorstraße im bestehenden Verlauf und integrieren sie fast selbstverständlich in das bestehende Straßennetz. Sie brechen hierdurch überzeugend ihre jetzige Dominanz.
Das Wissenschaftsquartier wird durch Lage und Ausrichtung, indem es bis an die Elbe senkrecht herangeführt wird, sowie durch Raum, Gebäude und Wegefolge unterstrichen, zu einer großen stadträumlichen Figur zusammengeführt. Das vom Hafenbecken durchzogene Areal wird als zweite große Stadtfigur ausgestaltet und steht durch die strenge Nord-Süd ausgerichteten Baustrukturen in einem spannungsvollen Raumgefüge zum Wissenschaftscampus.
Die Nahtstelle am Sandtorstraßenplatz wird bewusst als neuer Stadtraum inszeniert, der durch bauliche Akzentuierung auch in der Stadtsilhouette sichtbar wird.
Fast selbstverständlich ergibt sich dann die bauliche Ergänzung gründerzeitlicher Strukturen entlang der Wittenberger Straße.
Die Arbeit bietet ein breites Angebot vielfältiger Nutzungen in den jeweiligen Quartieren, wobei Maßstäblichkeit und Nutzungsdifferenzierung ein interessantes und vielfältiges Angebot ermöglichen. Außerdem überzeugt der sorgfältige Umgang mit den Bestandsgebäuden, insbesondere im Lagerhausquartier und entlang des Hafenbeckens.

Die Entwurfsunterlagen des 1. Preises finden Sie hier: Plan 1, Plan 2, Plan 3, Erläuterungen

2. Preis
ASTOC GmbH & Co. KG Köln/ bgmr- landschaftsarchitekten Berlin

Die Entwurfsunterlagen des 2. Preises finden Sie hier: Plan 1, Plan 2, Plan 3, Erläuterungen

3. Preis
BS+Städtebau und Architektur Frankfurt a.M./ el:ch landschaftsarchitekten München.

Die Entwurfsunterlagen des 3. Preises finden Sie hier: Plan 1, Plan 2, Plan 3

3 Ankäufe
Weiterhin wurden drei Arbeiten angekauft:

De Zwarte Hond Groningen (Niederlande)/ Studio UC . Klaus Overmeyer Berlin: Plan 1, Plan 2, Plan 3, Erläuterungen

SWW-Architekten Braunschweig/ GIL-Landschaftsarchitekten Kassel.: Plan 1, Plan 2, Plan 3, Erläuterungen

Lola Landscape Architects Rotterdam (Niederlande).: Plan 1, Plan 2, Plan 3, Erläuterungen

 

 

Die Landeshauptstadt Magdeburg wird den Wettbewerbssieger mit weiteren städtebaulichen Planungsleistungen beauftragen. Der Auftrag umfasst die Umsetzung des Wettbewerbsergebnisses in einem städtebaulichen Rahmenplan.

Die Wettbewerbsarbeiten werden vom 16.02. - 02.03.2010 in der Universitätsbiblithek auf dem Campus der Otto-von-Guericke-Universität ausgestellt.

Montag, 04.03.2024